|
Die 24 h von Langensteinbach
Der längste Tag ( Enduranceday 2003 )
Das Jammbado Rallye Team stellt
sich einer unglaublichen Herausforderung!

- Roland Relze KTM 400 EXC
- Achim Kudernatsch KTM 400 SX
- Marquardt Heidemann Gas Gas 300
EC
- Burkhard Pohl Gas Gas 250 EC
Für mich persönlich war es trotz
allem was in und um diesen Contest passierte eine einmalige
Erfahrung deren Anspruch es ohne Zweifel in sich hatte.
Aber alles der Reihe nach!
Das es den Endurance Day gab
wussten wir schon länger aber erst drei Wochen vor der Veranstaltung
beschlossen wir uns an zumelden! Wir, das sind der Atschi, der
Roland, Mark und ich. Zwei KtM 400 und zwei Gas Gas Zweitakter
sollten uns über die Zeit bringen.
Der erste Fehler war der das wir
alle viel zu spät in Langensteinbach eintrafen. Der einzige Fahrer
der rechtzeitig vor Ort war, waren Roland und seine Freundin die
Danny, die sich freundlicher Weise um die gesamte Verpflegung
gekümmert hatte. ( Noch einmal vielen Dank und bussy an die liebe
Danny, ohne die wir alle Verhungert wären )
Ich trudelte dann so gegen Samstag
Morgen um viere ein der Mark kam um elf und Atschi und Sabine
irgendwann gegen eins. Danny und Sabine waren als Fahrer Betreuer
mit dabei.
Dann schnell das Lager aufgebaut
die Box eingerichtet und und und ...
Danach gingen wir zusammen die Strecke ab und und
von dort direkt in die Fahrer Besprechung. Bis zum Vorstart waren es
jetzt nur noch eine halbe Stunde und der Veranstalter hatte
angekündigt das die Zeiten eingehalten würden.
Das gesamten Team mit Betreuerinnen ging an den
Startpunkt, um Mark der als erster auf die Strecke musste zu
unterstützen.
Hier gerade im Gespräch mit Frank St. (
Apokalyptische Reiter )
Zu Erwähnen wäre da noch das wir bereits kurz vor
dem Start den ersten kapitalen Motorschaden hatten und zwar an der
400 EXC von Roland Relze unserem schnellsten Mann. Na toll, übrigens
eine Pech Serie die sich so durch die gesamten 24 Stunden zog.
Nach ca. 45 Minuten und drei Runden kam dann unser
Starter Marquardt Heidemann an die Box zum ersten Fahrer Wechsel.
Als zweiter Fahrer war ich dann dran um mich direkt in dem ersten
Wasserloch zu überschlagen. Ich hatte versucht mit einem entlasteten
Vorderrad schnell durch zu kommen was aber unter dem Gejohle der
Zuschauer in einem Wasser Purzelbaum endete. Stark abgekühlt und
wesentlich langsamer eierte ich auch drei Runden ab um dann an den
Herrn Kudernatsch und seiner 400 SX zu übergeben.
Der Atschi riss dann auch mächtig am Kabel und
spulte mal eben 5 Runden in nicht der schlechtesten aller Zeiten ab!

Als letzter ging dann unser Roland auf die
Strecke, da seine KTM ja bereits kaputt war wollte er sich die SX
mit dem Atschi teilen. Nach zwei Runden war dann auch der Roland
wieder da mit der SX unzufrieden und zwei geplatzten
Gabelsimmeringen. Darauf beschlossen wir das der Roland mit auf
meiner 250 er Gas Gas EC fährt was dann auch bis kurz vor Ende gut
klappte.
Durch mehrere kleinere Defekte verloren wir schon
am Anfang sehr viel Zeit so das wir uns immer im Bereich von Platz
55 -60 bewegten. Und langsam wurde es Dunkel!
Jeder im Team hatte sich in aller letzter Minute
selbst seine Licht Konstruktion gebaut!
Da zeigte sich auch der Unterschied zu mal eben im
Dunkeln fahren und zu einem Dauer Einsatz wo man wirklich auf Licht
angewiesen war. Ich setzte auf drei Zusatzlampen die ich mittels
einer Lenker strebe auf meine Gas Gas montierte. Zusätzlich verbaute
ich ein Gel Akku unter die rechte Kühlerverkleidung um so die Lima
zu entlasten. Leider vergas ich das ich Wechselstrom habe und als
ich die Lima zu schaltete hatte ich immer einen Kurzen

Das Ergebnis ich hatte genau für eine Runde Licht
und danach nur noch meine 25 Watt Bilux Funzel.
Obwohl wir Glück mit dem Wetter hatten wurde die
Strecke Nachts immer feuchter durch Tau oder Grundwasser. Ich hatte
immer nur eine Runde Licht und ein oder zwei Runden lang war Dunkel
fahren angesagt! Mittlerweile hatten die Veranstalter eine der
Abfahrten herausgenommen da sie nicht mehr für das ganze Feld
fahrbar war. Immer wieder überschlugen sich dort Mann und Maschine
und zeitweise lagen da ganze Scharen auf der Nase!
Überall blinkten wie Bojen Cateyes in der Nacht,
die die stecken gebliebene Motorräder markierten.
Die Fahrer der Top Teams, völlig unbeeindruckt von
Dunkelheit und Strecke, flogen in unverminderter Geschwindigkeit an
mir vorbei.
Mich schlauchte das im dunkeln fahren ungemein und
um ca. 3 Uhr Sonntag Morgen dachte ich bereits über den Sekunden Tot
nach. Ich war vollkommen am Ende. Mark hatte zu diesem Zeitpunkt
bereits eine Schlafpause eingeleitet und der Rest des Teams
beschloss bis zur Morgendämmerung zu schlafen. Somit hatten wir etwa
drei Stunden keinen Fahrer auf der Strecke was uns mindesten 12 bis
15 Plätze kostete. Wir hatten schlicht und ergreifend unser Pulver
zu früh verschossen.
Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung!
Wenn wir auch nur zwei Stunden schliefen so brachte das die nötige
Erholung um bei Tageslicht wieder vernünftig unterwegs zu sein.
Nach unserer Pause ging Roland mit meiner Gas Gas
raus und fuhr schnelle Rundenzeiten. Mittlerweile hatte bereits
mehrere Teams aufgegeben unter anderem auch das Team des MSC
Dreckenach das aber nachher noch einige Runden drehte und so
zumindest in der Wertung blieb. Die Strecke hatte sehr gelitten und
war ausgefahren bis zur Schmerzgrenze. Ab 10 Uhr verlängerter der
Veranstalter die Streckenführung und jetzt kam noch einmal richtig
Spannung auf. Jede Menge Steile Auf und Abfahrten mit bis zu
mehreren hundert Metern Länge und einige wirklich schnelle Passagen
ließen richtiges Rallye feeling aufkommen. Leider wurde unser Team
nun durch einen schweren Sturz auf drei Fahrer und zwei Maschinen
dezimiert! Bei einer der schnelleren Abfahrten hatte sich eine der
HPN BMW übers Vorderrad ins Gebüsch verabschiedet und zwei oder drei
andere Fahrer waren bereits aufgefahren und ebenfalls gestürzt als
unser Fahrer Roland Relze mit hoher Geschwindigkeit in dieses Knäuel
einschlug. Fazit eine vollkommen verbogene Gas Gas ein gestauchtes
Handgelenk und zwei angebrochene Rippen. Trotz Schmerzen und einem
Wrack kämpfte sich unser Mann noch in die Box.
Dieser Vorfall sorgte für mittel schweres Chaos in
der Box weil ich jetzt ohne Motorrad war, aber fertig angezogen!
Mark war nicht da und der Atschi nicht umgezogen! Die zweite Gas Gas
war gerade zum Hochdruckreinigen.
Zwischen drin erzählte der leicht mit Adrenalin
übersäuerte Roland allen von seinem Sturz, nur niemand dachte mehr
ans weiterfahren. Bis sich der Atschi dann angezogen hatte waren wir
wieder um einige Plätze nach hinten gerutscht die wir bis dahin
wieder eingefahren hatten. Das ist eben Motorsport.
Ab diesem Punkt hieß es nur noch an zu kommen und
das war jetzt unser Ziel. Aber unsere Pechserie setzte sich jetzt
weiter fort! Nach etwa 18 Stunden fahr zeit fiel die 300 er Gas Gas
von Mark wegen einer gebrochenen Bremsleitung aus und wir hatten nur
noch eine Maschine die jetzt komplett ohne Gabel Öl unterwegs war.
Bei der 250 er hatten wir zu den Sturz Schäden die jedoch keine
Technische Bedeutung hatten noch das Problem das hinten eine Speiche
und auch das Kettenrad defekt waren.
Not dürftig bauten wir aus der 300 er Gas Gas
einige Teile ab und machten damit die 250 er wieder Fahrbereit!
Somit hatten wir wieder zwei Maschinen für noch drei Fahrer.
Jeder hatte noch einen Einsatz vor sich und
diesmal lief dann auch alles glatt so das wir auf Platz 60 landeten
und wenigstens durchgefahren waren.
Nach exakt 24 h sah ich die so ersehnte
Zielflagge!

Resume
Wir hätten alle rechtzeitig anreisen müssen.
Man muss vorher ausgeschlafen sein! Da liegt das
Haupt Problem, durch die Anspannung vorher ist es kaum möglich
richtig zu schlafen. Und unsere Absprachen waren schlecht, immer war
einer nicht fertig wenn jemand rein kam usw. Tja und das Licht hätte besser vorbereitet werden
müssen! Nächstes Jahr sind wir wieder da und dann werden
wir mit neu gemischten Karten und besserer Vorbereitung unser bestes
geben.
|